Kurz gestreift
Geboren an einem regnerischen Samstag – Ein kleiner Bison erblickt im Basler Zolli das Licht der Welt

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Vor den staunenden Besuchern des Basler Zolls brachte die Bisonkuh Zora ganz natürlich nach 254-272 Tagen Tragzeit ihr Junges zur Welt. Ein dramatischer Kampf in das neue Leben. Schon nach kurzer Zeit stand das Kleine auf seinen wackeligen Beinen. Seit kurzem spaziert das namenlose Junge zusammen mit seiner Mutter über die Aussenanlage.

Wild, wild West - Kevin Costner – „Der mit dem Wolf tanzt“ – lässt grüssen

Wer hat diese fantastische  Szenen nicht in Erinnerung behalten, als Tausende, wild schnaubende Bisons, oder wie die Indianer sagen  bild1_13_58_03„Buffalo“ über die Prärie jagten, tief beeindruckend. Im Besonderen, da die Rettung dieser Wiederkäuer in letzter Sekunde kam. Dank der Gründung es Yellowstone-Nationalpark im Jahr 1872 können dank Schutzmassnahmen wieder 30’000 der prachtvollen und imposanten Paarhufer durch die Prärien Nordamerika streifen.
Als vor ca. 10.000 Jahren die Uhreinwohner ebenfalls in den  Lebensraum der Bisons vordrangen, stiessen sie auf gewaltige Herden. Der Bison diente ihnen als Nahrung, sein Fell, seine Sehnen und seine Knochen zur Herstellung von Kleidung, Decken, Sätteln, Zaumzeug, Schilden, Seilen, Leim, Kissenfüllungen, Geschirr, Rasseln, Schmuck, Werkzeugen und Tipis und der Büffelmist als Brennmaterial. In den Plains war allerdings die Bisonjagd mit Pfeil und Bogen ohne Pferde (diese wurden erst von den Spaniern eingeführt) nur eingeschränkt möglich. Deswegen entwickelten die wenigen dort lebenden Indianer andere Methoden, wie Bisons in grösseren Mengen zu erlegen waren.
Von 1872 bis 1874 wurden pro Jahr mehr als eine Million Büffelfelle nach Osten verfrachtet. Durch die Eisenbahnlinie war das Vorkommen der Büffel in eine Nord- und eine Südherde geteilt worden. Zuerst wurde die Südherde ausgerottet, dann auch die Nordherde. Nur der Nordwesten mit seinen Verteidigern, den Lakota und Cheyennen  konnte zunächst noch grössere Bisonherden halten. Um den Stämmen dieser Plains-Indianer die Lebensgrundlage zu nehmen und sie durch Hunger in Resevate zu zwingen, dezimierten die Weissen auch diese Bisonherden stark. Die letzten 10.000 Tiere erlegten sie, indem sie an Wasserlöchern Scharfschützen aufstellten.
bild2_14_24_46 Dank der Gründung des Yellowstone-Nationalparks im Jahr 1872 erhielten die Bisons noch rechtzeitig ein Rückzugsgebiet. Seit dem 15. Januar 1883 war die Jagd der meisten Tiere im Park verboten. Wilderei stellt jedoch ein grosses Problem dar, auch nachdem die US-Army in Fort Yellowstone die Betreuung des Parks übernahm. 1894 lebten in ganz Nordamerika noch rund 800 Exemplare, etwa 200 davon in Yellowstone als die letzten freilebenden Bisons der Vereinigten Staaten. Ihre Zahl fiel bis zum Tiefststand 1902 auf nur noch 23 Tiere. Ihr Überleben ist dem Zoologen und Naturschützer George Bird Grinnell zu verdanken, der seit den 1890er Jahren für den Schutz der kämpfte und der mit Hilfe seines persönlichen Freundes, des späteren US-Präsidenten Theodore,Druck auf das US-Innenministerium organisierte, bis die Armee die Unterdrückung der Wilderei im Yellowstone-Nationalpark zur Priorität machte. So gibt es heute im Mittleren Westen der USA wieder rund 350.000 Bisons, insgesamt sogar etwa eine halbe Million Tiere, sodass die IUCN die Art nur noch als „gering gefährdet“führt. Allein der Bison-Bestand im Yellowstone-Nationalpark umfasst zwischen 3500 und 5000 Tiere.bild3_12_14_27_02

Der Bison – Symbol von Kraft und Mut

Die Bisons sind eine Gattung auf der Nordhalbkugel verbreiteter Wildrinder. Heute gibt es zwei Vertreter, den Amerikanischen Büffel / Bison und den in Europa vorkommenden Wisent. Der Bison ist ein tagaktives Tier mit dichtem, dunkelbraunem Fell, das den Buckel des Vorderkörpers überzieht. Das Winterfell ist dichter und dunkler, im Sommer wechselt es zu einem helleren und dünneren Fell. Der beim Männchen bis zu 3,80 Meter und beim Weibchen bis zu 2,40 Meter lange Körper trägt einen dreieckförmigen Kopf mit den kurzen, gebogenen Hörnern und einem kräftigen Bart, der bis zum Hals reicht. Beim Statuskampf innerhalb der Herde setzt der Bison seine Hörner ein, um die Rangfolge zu  bild4_12_14_35_27klären. Die durch den mächtigen Brustkorb auffallenden männlichen Tiere erreichen ein Gewicht von bis zu 1000 Kilogramm, weibliche Tiere 550 – 750 Kg und sind damit die grössten nordamerikanischen Säugetiere. Trotz seines hohen Gewichtes erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und ist ein guter Schwimmer. Der hohe Auftrieb lässt die Tiere beim Schwimmen weit aus dem Wasser ragen. Der Bison ernährt sich allgemein von Pflanzen. Darunter sind Gräser wie das Büffelgras, Kräuter, Moose und Flechten. Er benötigt zum Überleben wesentlich weniger Wasser als Rinder (bzw. verwertet es besser) und ist im Gegensatz zu Rindern temperaturresistent bis ca. minus 40 Grad Celsius (Rinder nur bis ca. minus 15 Grad). Bisons sind tagaktive Tiere. Kühe und Kälber leben in Herden, die für gewöhnlich um fünfzig Tiere umfassen. Die Bullen leben entweder als Einzelgänger oder in eigenen kleinen Gruppen. Im August und September suchen die Bullen eine Herde auf und erheben dort Anspruch auf eine Kuh. Manchmal kommt es zwischen konkurrierenden Bullen dabei zu erbitterten Kämpfen, bei denen die Köpfe gegeneinander geschlagen werden.
Nicht alle Bisons wandern. Nur in trockenen Regionen der Prärie waren weite Wanderungen unerlässlich, um neue Weidegründe und Wasserstellen zu erschliessen. Hierzu schlossen sich die einzelnen Herden ausserhalb der Paarungszeit zu grossen Wanderherden zusammen, die aus Tausenden von Tieren bestehen konnten. Die Wanderungen führten die Bisons über mehrere hundert Kilometer, ehe sie sich wieder auflösten, um in den ursprünglichen kleineren Herden weiterzuziehen. Heute gibt es bild5_12_14_39_02 nur noch wenige solcher Wanderbewegungen. Nur in Alberta findet zweimal jährlich eine grosse Bisonwanderung über 250 Kilometer statt.
Die Weibchen gebären nach neun Monaten Tragzeit ein 30 kg schweres Kälbchen, welches nach ein bis zwei Tagen bereits mit der Herde mitziehen kann. Das rotbraune Kalb wird im Frühjahr geboren und ein Jahr lang von der Mutter gesäugt. Das Muttertier bewacht das Kalb und verteidigt es erbittert gegen alle Feinde. Mit zwei bis drei Jahren wird das Kalb geschlechtsreif. Bullen sind allerdings erst im Alter von sechs Jahren stark genug, um sich gegen Geschlechtsgenossen durchzusetzen und eine Paarung zu erkämpfen.
Bisons haben für gewöhnlich eine Lebenserwartung von zwanzig Jahren. Im Zoo wurden Höchstalter von vierzig Jahren erreicht, die in freier Natur aber sehr unwahrscheinlich sind. Heutige Amerikanische Bisons und Europäische Wisente sind uneingeschränkt kreuzbar, was für eine nahe Verwandtschaft beider Formen spricht. Analysen der DNA ergaben allerdings, dass Wisente und Amerikanische Bisons sich genetisch teilweise stark voneinander unterscheide.
Bilder: ZVG
Reportage: A. Derungs / Quelle: Wikipedia

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