| 80. Rallye Monte-Carlo – Back to WRC |
| 17. Januar 2012 um 22:53 Uhr |
![]() Loeb feiert seinen sechsten Sieg an der „Monte“. Rekordchampion Sébastien Loeb hat gleich beim Saisonauftakt der Rallye-WM wieder dominiert und souverän die Rallye Monte Carlo gewonnen. Michael Burri, als bester Schweizer, belegte Platz 16. Neues Jahr - gewohntes BildFür den Weltmeister der letzten acht Jahre war es bereits der sechste Triumph in seinem „Wohnzimmer“, den der Citroën-Pilot aus Frankreich mit 2:45,5 Minuten Vorsprung vor dem Spanier Dani Sordo im Mini herausfuhr. Da Loeb mit seinem monegassischen Beifahrer Daniel Elana auch noch die Power Stage am Abschlusstag der „Monte“ gewann und sich dafür drei Zusatzpunkte sicherte, startete der Franzose mit der Maximalpunktzahl 28 in die Saison. Klicken Sie auf das folgende Bild um zur Bilderserie zu gelangen:Die „Monte“ gehörte bei ihrer 80. Auflage erstmals seit 2008 wieder zum WM-Programm. Vor Ausnahmepilot Loeb hatten die Rallye Monte Carlo der Italiner Sabdro Munari, Deutschlands Rallye-Ikone Walter Röhrl aus Regensburg und der Finne Tommi Mäkinen jeweils viermal gewonnen. Loeb hatte schon am ersten der diesmal insgesamt fünf „Monte“-Tage die Führung übernommen, nachdem der stark gestartete Finne Jari-Matti Latvala im Ford Fiesta nach einem Überschlag ausgeschieden war. An den folgenden Tagen kontrollierte Loeb das geschehen dann souverän von der Spitze. Latvalas neuer Teamkollege Petter Solberg aus Norwegen, der letzte Weltmeister der „Vor-Loeb-Ära“, sicherte Ford zumindest Rang drei (3:14,1 Minuten zurück). Vize-Weltmeister Mikko Hirvonen (Finnland), nach dem Wechsel von Ford zu Citroën jetzt Loebs Teamkollege, belegte Rang vier (4:06,8). Als charakteristisch für die Rallye Monte Carlo gelten seit jeher die schwer einzuschätzenden Strassenverhältnisse, die den Lenkradakrobaten die Reifenwahl erschweren. Nicht selten verlassen die Piloten Monaco bei strahlendem Sonnenschein und sehen sich in den Seealpen einem Mix aus trockenem und nassen Asphalt sowie Eis und Schnee gegenüber - und dies alles unter Umständen sogar innerhalb nur einer Wertungsprüfung. Durch die äusserst kompakte Streckenführung verringert sich allerdings das Risiko auf solch extreme Umstände. Ein bisschen Spass muss sein – Sonntag 22.1.2012Sebastien Loeb holte sich in der Powerstage, die am Sonntag ausgetragen wurde, den Sieg bei der Rallye Monte Carlo. Der Citroen-Pilot sicherte sich nach fünf Wettkampftagen und 433,36 gewerteten Kilometern mit einer Gesamtzeit von 4:32:39,9 Stunden den überlegenen Sieg vor Dani Sordo im Mini. Der Spanier hatte am Ende einen Abstand von 2:45,5 Minuten auf Loeb. Dritter wurde Petter Solberg, der Sordo zum Ende nochmals bis auf 28,7 Sekunden nahekam. Auf Ste Agnes - Col de la Madone, der mit 5,16 Kilometern Länge kürzesten Prüfung der Rallye Monte-Carlo, galt es Vorsicht walten zu lassen. Doch während Loeb diesen Grundsatz über all die Tage beachtet hatte, setzte er in der Powerstage noch einen drauf und sicherte sich die drei Zusatzpunkte. Damit geht der achtfache Weltmeister mit der maximalen Ausbeute von 28 Punkten aus dem ersten Wochenende der Saison 2012. Dani Sordo sicherte sich den so wichtigen zweiten Platz und damit das dritte Podest für Mini in der WRC. Bereits zum zweiten Mal in Monte Carlo steht der sympatische Spanier neben Loeb auf dem Podest. Petter Solberg sprach von einer Rallye, die ihm Spaß machte, die aber nie seine gewesen sei. Denn von Beginn an kämpfte er mit kleineren Problemen, holte sich einen Reifenschaden, drehte sich, oder traf teilweise die falsche Wahl in Bezug auf die Pneus. Dennoch strahlte der Norweger täglich mehr, da der Ford Fiesta RS WRC für ihn wie auf den Leib geschneidert schien. Das machte sich auch in drei Bestzeiten am Samstag bemerkbar. Am Sonntag musste sich Solberg allerdings ohne Extrapunkte aus der Powerstage verabschieden, da er benutzte Winterreifen für dieses Teilstück verwendete. Doch das konnte seine Freude nicht schmälern, nachdem er in seiner ersten Rallye für Ford das erste Podest in Monte-Carlo erreicht hatte. Mikko Hirvonen sicherte sich den vierten Platz in seiner ersten Rallye für Citroen und war relativ zufrieden mit diesem Ergebnis. Evgeny Novikov, der bisher eher als Bruchpilot bekannt war, konnte die gesamte Rallye Monte Carlo zeigen, welches Potenzial in ihm schlummert. Am Ende sicherte er sich als bester M-Sport-Pilot den fünften Rang und einen Extrapunkt für die drittschnellste Zeit in der Powerstage. Francois Delecour, der älteste Teilnehmer der Rallye Monte Carlo, beendete die Veranstaltungen in einem privat eingesetzten Ford Fiesta RS WRC des M-Sport-Teams auf dem sechsten Rang. Interessant war allerdings, dass er während der Powerstage nicht selbst am Steuer des Wagens sass, sondern sein Co-Pilot Dominique Savignoni. Dieses Geschenk liess sich Delecour einfallen, da es die letzte Rallye seines Beifahrers vor dem Ruhestand war. Ott Tanak sicherte sich bei seiner ersten Asphalt-Rallye in der WRC den achten Platz. Dennoch war er nicht so glücklich, da er am Samstagabend die Ansage bekam, vorsichtig zu fahren und den Ford Fiesta RS WRC sicher ins Ziel zu bringen. Zudem war er mit seiner Leistung über die fünf Tage nicht zufrieden. Jari-Matti Latvala war mit dem Ziel in die Monte gegangen, den Abstand auf Sebastien Loeb nicht zu groß werden zu lassen, da er sich auf Asphalt keine allzu großen Chancen gegen den Weltmeister ausrechnete. Doch bereits in der zweiten Prüfung der Rallye setzte der Finne auf die richtigen Reifen und nahm Loeb 52 Sekunden ab. Sebastien Ogier wünscht sich schon lange, seine Heimrallye in Monte Carlo zu gewinnen. Das war 2012 in einem Skoda Fabia S2000 nicht möglich. Dennoch zeigte der Franzose, durch die Hilfe der nassen und glatten Bedingungen, sehr gute Zeiten und lag teilweise sogar auf dem vierten Gesamtrang. Am Ende des zweiten Tages war der Traum aber vorbei, denn nach dem Schneiden einer Kurve rutschte sein Skoda über die Straße, schlug in eine Mauer ein und drehte sich in eine Baumgruppe. Sowohl Ogier, als auch sein Co-Pilot Julien Ingrassia, wurden in ein Krankenhaus gebracht, konnten aber ohne grössere Blessuren bereits wieder nach Hause. Klicken Sie auf das folgende Bild um zur Bilderserie zu gelangen:Die Nacht der langen Messer – Samstag 21.1.2012Die vierte Wertungsprüfungen wurden bis in die Dunkelheit hinein gefahren. Bei sternenklaren Nachthimmel, ging es zwei mal über den berühmt berüchtigten Col de Turini. Tausende Zuschauer säumten die Strecke schon Stunden vor dem ersten Start. Klicken Sie auf das folgende Bild um zur Bilderserie zu gelangen:Vor dem Abend beträgt sein Rückstand auf den Spanier nur noch 39,9 Sekunden. Hirvonen schaffte seine dritte Bestzeit in Folge und strahlte. "Ich bin wirklich zufrieden, in der Lage zu sein, eine solche Zeit mit diesem Auto fahren zu können", verriet der Finne nachdem er seinem Teamkollegen Loeb auf SS14 erneut 1,7 Sekunden abnahm. M-Sport-Pilot Evgeny Novikov musste die erste Prüfung des Tages sehr ruhig angehen und verlor knappe 30 Sekunden auf seinen Vordermann Hirvonen. Die nächste Stage wollte Novikov dann sehr vorsichtig angehen. Zudem traf er erneut nicht die richtige Reifenwahl und verlor weitere wichtige Sekunden. Loeb hat alles unter Kontrolle – Freitag 20.1.2012An der Spitze ein gewohntes Bild. Sebastien Loeb liegt mit einer Gesamtzeit von 3:31:25,2 Stunden vor seinem ersten Verfolger Dani Sordo. Der Mini-Pilot befindet sich allerdings im Niemandsland, da er 2:12,4 Minuten hinter Loeb und 1:09,8 Minuten vor Petter Solberg im Ford liegt. Klicken Sie auf das folgende Bild um zur Bilderserie zu gelangen:Da der gesamte Servicepark in Valance am Freitag abgebaut und im Hafen von Monte-Carlo für den Samstag wieder aufgebaut wird, fand am Nachmittag lediglich eine Stage statt. Zudem wird es am Abend keinen Service geben. Dieser findet am Samstagmorgen vor den ersten Prüfungen statt. Die letzte Prüfung des Tages charakterisierte der Weltmeister als reine Asphaltprüfung, die er allerdings etwas vorsichtiger anging. Sordo freute sich, die Lücke zu Solberg weiter vergrößert zu haben. Seinen großen Vorsprung hat er auch einem Problem von Petter Solberg zu verdanken. Denn der Ford-Werkspilot schnitt eine Kurve zu sehr und zerstörte sich die Felge. Kurze Zeit später bemerkte er einen Platten vorne links. Nach kurzem Überlegen entschied er sich, die Stage zu Ende zu fahren und den Reifen nicht zu wechseln, was sich nach nur 12,6 Sekunden Rückstand auf Loeb als die richtige Entscheidung herausstellte. Erneut überzeugend zeigte sich Mikko Hirvonen, der die zweite Bestzeit des Tages erzielte. Damit fehlen ihm nur noch 20,8 Sekunden auf Solberg. Der Nachfolger in seinem Ford-Cockpit muss sich auf einen engen Kampf einstellen, denn Hirvonen kündigte bereits am Donnerstag an, um das Podium zu kämpfen, sollte sich die Chance ergeben. Hinter dem Finnen sortierten sich zwei Ford-Fahrzeuge ein, angeführt von Evgeny Novikov. Hinter ihm liegt Francois Delecour, der keine Probleme zu vermelden hatte. Mehr als eine Minute nach dem Ford-Duo platzierte sich Pierre Campana im zweiten Werksmini. Der Franzose freute sich über den Freitag. Ott Tänak, die Nummer eins des M-Sport-Teams, beendete den Tag auf dem achten Gesamtrang und liegt damit vor P.G. Andersson und Mini-Pilot Armindo Araujo. Klicken Sie auf das folgende Bild um zur Bilderserie zu gelangen:Verbissener Kampf um Platz zwei – Donnerstag 19.1.2012Sebastien Loeb konnte seine Führung am Nachmittag des zweiten Tages erneut vergrößern. Mit einer Gesamtzeit von 2:45:56.9 Stunden erreichte er mit zwei Stagesiegen am Nachmittag als Führender den Servicepark in Valance. Hinter ihm geht das Hin und Her um Platz zwei munter weiter. Aktuell liegt Dani Sordo auf dem zweiten Rang. Allerdings hat Petter Solberg nur 3,4 Sekunden Rückstand. Auf mehr als 1000 Metern Höhe fiel am Donnerstag die Entscheidung. Zwar nicht allzu kalt, aber dunkel, zeigte sich SS10, Lamastre. Nach einem Stagesieg und zwei guten Zeiten konnte sich Sordo wieder an Solberg vorbeischieben. Freuen möchte sich der Spanier aber noch nicht. Sein Konkurrent Solberg hatte aber auch Probleme mit dem Wagen. Sebastien Ogier, der am Morgen den vierten Platz verlor, sich aber zumindest bis zum Mittag wieder auf den fünften Rang nach vorne arbeite, kämpfte am Nachmittag mit größeren Rückständen. Dazu wird es nun aber nicht mehr kommen, denn der Franzose erlebte einen Highspeed-Crash in SS10 und alle guten Zeiten waren dahin. Klicken Sie auf das folgende Bild um zur Bilderserie zu gelangen:
Des Einen Freud – des Anderen Leid – Mittwoch 18.1.2012Sebastien Loeb konnte in Monte Carlo die Führung übernehmen, nachdem sich Jari-Matti Latvala überschlug und die Führung verlor. Das bittere Aus für den Finnischen „Thronanwerter“. Vor der vierten und abschließenden Prüfung des Tages und den unterschiedlichen Reifenentscheidungen, bestand für die abschließende Prüfung des Mittwochs nur eine Frage: "Wir wissen nicht, ob der Schnee geschmolzen ist", zeigte der Führende Latvala auf. Während er und Solberg auf Spikereifen im Mix mit weichen Slicks setzten, entschieden sich die Citroen für weiche und superweiche Reifen. Ford-Pilot Solberg rechnete zwar mit derartigen Bedingungen, erreichte aber nicht das gewünschte Ergebnis und war zusätzlich enttäuscht über das Ende von Latvala. Für den Finnen war es die falsche Entscheidung. Er fuhr zu Beginn des Schnee-Bereichs gerade über eine Böschung. Der Ford-Pilot und sein Beifahrer blieben zum schwachen Trost unverletzt. Klicken Sie auf das folgende Bild um zur Bilderserie zu gelangen:Die dritte Prüfung des Tages ging, wie bereits am Morgen, an Loeb. Er sicherte sich mit zwei weichen und zwei superweichen Reifen die Bestzeit vor Latvala. Latvala und Solberg, die auf vier weiche Reifen setzten, lagen nur 0,4 und 1,5 Sekunden hinter Loeb. Hirvonen blieb auch auf 'Le Moulinon' deutlich hinter seinem Teamkollegen Loeb zurück. Dem Citroen-Piloten fehlten am Ende 26,9 Sekunden, nachdem er mit Bremsproblemen und einem leicht beschädigten Auto zu kämpfen hatte. Klicken Sie auf das folgende Bild um zur Bilderserie zu gelangen:Novikov beim Shakedown schneller als Loeb – Dienstag 17.1.2012Nach dreijähriger Abwesenheit aus dem WRC-Rennkalender startet die Weltmeisterschaft 2012 in Monte Carlo. Dabei sorgte der Shakedown im Fürstentum für eine kleine Überraschung. Evgeny Novikov setzte auf der 3,58 km langen Strecke die erste Bestzeit des neuen Jahres. Der Russe pilotierte seinen Ford Fiesta RS in 2:13.00 Minuten über die schneefreie Strecke nahe Valence. Fünf Zehntel langsamer als der M Sport-Starter war der Rekord-Champion. Sebastien Loeb benötigte 2:13.50 Minuten für die Strecke. Hinter dem fünfmaligen Monte-Sieger platzierte sich Petter Solberg, der erstmals für Ford an den Start ging. Die Aussagekraft der Zeiten hält sich allerdings in Grenzen, denn aufgrund seines Asphalt-Status stellt der Shakedown bei der Rallye Monte Carlo kein Qualifying für die erste Etappe am Mittwoch dar. Hinter Solberg markierte Thierry Neuville im erfolgreichen DS3 von Citroen die viertschnellste Zeit vor Ford-Rivale Jari-Matti Latvala. Platz sechs ging wieder an Citroen: Neuzugang Mikko Hirvonen fuhr die abgesteckte Piste bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in 2:14.70 Minuten. Die Top-10 komplettierten Dani Sordo, Ott Tänak, Sebastien Ogier und Henning Solberg. Volkswagen-Star Ogier sorgte damit für Aufsehen, ist er in dieser Saison doch nur im Skoda Fabia S2000 unterwegs, bevor VW ab 2013 in die WRC einsteigt. Loebs ehemaliger Teamkollege hatte zwar vier Sekunden Rückstand auf die Bestzeit, konnte jedoch einige WRC-Boliden hinter sich lassen.
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