
Bei dauerhaftem Schneefall siegte der Aussenseiter von Carmen Bocskai trainierte und von Georg Bacskai gerittene Hengst mit dem so passenden Namen vor Pont des Arts und Tarkheena Prince. Im Grand Prix BMW gab es kein Verlieren für den Schneespezialisten MaÎtre de la Piste. Das Skikjöring gewannen Bergonzi und Franco Moro, der damit auch die Gesamtwertung des Credit Suisse Skikjöring-Trophy zu seinen Gusten entschied.
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„Petrus“ spielte nicht mit
Ausgerechnet am dritten und wichtigsten Renntag des White Turf-Meetings hatten die Organisatoren kein Wetterglück mehr. Statt der St.Moritzer Sonne bekamen die Zuschauer Schneeflocken in diversen Grössen zu sehen und es war entsprechend kühl. Trotzdem verfolgten offiziell 11'500 Zuschauer die sechs Rennen. Eingeleitet wurde der Finaltag von White Turf der Grand Prix Prestige, ein Flachrennen über die Sprinterdistanz vom 1100 Meter und einer Preissumme von 30'000 Franken durch den Überraschungs-Sieg des deutschen Gastes Libretto im Grand Prix Prestige, den Hans-Walter Hiller für Ulrich Zerrath trainiert. Filip Minarik saß im Sattel und verwies Lodano (Steve Drowne) mit einem Kopf-Vorteil auf Rang zwei. Der Drittplatzierte Sacho (Alexander Pietsch) gab mit 13 Jahren seinen Rennbahnabschied. Der als heisser Favorit gehandelte Sweet Venture klassiert sich bei diesem Sprinterrennen auf Platz 5.
Ein magischer Tag…
Im ersten Trabrennen dieses Rennsonntags, dem Grand Prix Gaggenau Hausgeräte, setzte sich Christine Rother auf dem von Roland Müller trainierten und in dessen Besitz befindlichen Magic Day früh an die Spitze. Paléo des Champs (Evelyne Fankhauser) als Zweitplatzierter kam am Ende noch bis auf eine halbe Länge heran. Bereits deutlich abgeschlagen folgte Laurence Kindler mit New Jersey, J.-B. Matthey mit Miracle of Love, Mentor du Tija mit Joey Vignoni im Sulky. Alfred Fehr mit Nimero Sommer, dem 10 jährigen Inländer-Wallach, belegte den sechsten Schlussrang vor Subtil Peccau und Urban Hanover.
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Die Meetings-Championate ergatterten sich: In vier Sparten gab es für die Aktiven weitere Preise. Die BMW Snow Trotting Trophy ging mit 21 Punkten an das Haras de Peccau. Den La Margna Silver Challenge Drivers-Cup sicherte sich Evelyn Fankhauser mit 24 Punkten. Die gleiche Punktezahl erreichte auch Eduardo Pedroza beim Crystal Silver Challenge Jockey-Cup. Mit drei Kilo Silber verließ Miroslav Weiß die Bahn als Gewinner der Soldanella Silver Challenge Trainer-Trophy (46 Punkte). Zwei Kilo Silber gab es für Phillip Schärer und ein Kilo Silber für Christian von der Recke (beide 35 Punkte).
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Engadiner Sieg im Skikjöring und Abschied von King George
Der St.Moritzer Skilehrer Franco Moro mit Bergonzi ist der Sieger der Credit Suisse Skikjöring-Trophy. Nach dem Treffer am Vorsonntagsrennen war ihm und dem von Christian von er Recke trainierten vierbeinigen Star Bergonzi auch der Sieg im abschliessenden Grand Prix Credit Suisse nicht zu nehmen. King George (der sein letztes Rennen absolvierte) und Jakob Broger landeten auf Rang zwei, beide mit je zehn Punkte - und es kam auf der Zielgerade tatsächlich zum vom Publikum erhofften Duell zwischen den beiden. Moro, der mit Bergonzi vor einer Woche gewonnen hatte, setzte sich in einem packenden Finish von der Spitze aus gegen den vehement, aber vergebens angreifenden King George mit Broger durch. Franco Moro feierte seinen 16. Skikjöring-Tagessieg und seinen 6. Titel als "König des Engadin", wie sich der erfolgreichste Fahrer des Meetings ja jeweils für ein Jahr nennen darf. King George wurde danach in die wohl verdiente Pension verabschiedet. Der 10-jährige Hengst, der nun in die Warmblut-Zucht wechseln soll, hatte in seiner Rennkarriere 41 Flachrennen und 11 Skikjörings bestritten, dabei 14 Siege erzielt und rund 130'000 Franken gewonnen.
Rang 1 Bergonzi mit Franco Moro Rang 2 King Geroge mit Köbi Broger Rang 3 Gallardo mit Leo Luminati Rang 4 Buddhist Mont mit Curdin Guler Rang 5 Luberon Andy Willy Rang 6 Baileys Best mit Valeria Holinger
Höhenflug eines Aussenseiters
Der Engadiner Grand Prix war an Spannung kaum zu überbieten. Im Gübelin 72. Grossen Preis von St.Moritz, dem mit 121'121 Franken höchstdotierten Galopprennen der diesjährigen Schweizer Saison gab es einen Sieg, den ein Grossteil des Publikums schon ein Jahr zuvor erwartet hatte. Damals hatte Winterwind mit Georg Bocskai am ersten St.Moritzer Renntag gewonnen, war dann aber im Grand Prix auf Rang drei verwiesen worden. Dieses Jahr nun hatten die beiden vor zwei Wochen im Vorbereitungsrennen Rang vier belegt und gingen nun mit der astronomischen Sieg-Quote von 46:1 ins Rennen. Eine halbe Runde vor Schluss rückte Bocskai aussen herum auf, griff in der Zielgeraden vehement an und setzte sich sicher gegen Pont des Arts und den deutschen Gast Tarkeehna Prince durch. Der Jubel im Lager der Sieger war unbeschreiblich. Besitzer Markus Gräff, ein ehemaliger Amateur-Rennreiter mit 101 Siegen und jetzt erfolgreicher Polo-Spieler, bekommt für den Sieg auf einen Schlag 50'870 Franken - brutto, vor Abzügen und Gewinnbeteiligungen an Trainer und Jockey versteht sich. Der Altmeister zeigt es allen - dabei hätte um ein Haar Frankie Dettori Winterwind geritten...
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Georg Bocskai, der seine grosse Karriere mit über 1800 Siegen vor Jahren eigentlich schon beendet hatte, hat mit seiner Frau Carmen zunächst in Dielsdorf und später in Avenches einen Neu-Start im Trainermetier gewagt - mit grossem Erfolg. Den Sieg im Grossen Preis von St.Moritz schätzte der vierfache Jockey-Champion Deutschlands sehr hoch ein. "Sicher habe ich höher dotierte Rennen gewonnen in meiner Karriere, aber dieser Erfolg ist ja nun in einer anderen Phase zustande gekommen. Und ich gönne ihn vor allem meiner Frau Carmen, die als Trainerin der Pferde einen tollen Job macht", erklärte der mit 52 Jahren älteste Jockey im Feld. Das Unglaubliche an der Sieges-Story: Hätte nicht Pavel Vovcenko die Starterangabe für Thorview zu spät gemacht, wäre nicht Georg Bocskai sondern Frankie Dettori in den Sattel von Winterwind gestiegen - dann nämlich, wenn Saphir Béré, für den der italienische Star-Jockey gebucht war, als überzähliges Pferd aus dem GP-Feld eliminiert worden wäre. "Für diesen Fall hat Georg angeboten, seinen Ritt auf Winterwind an Frankie Dettori abzugeben", erklärte Carmen Bocskai. Doch es kam schliesslich nicht soweit. Und so gab es auf dem St.Moritzersee kaum einen, der Georg Bocskai diesen Sieg nicht gegönnt hätte. Als das Ehepaar Kräuliger, mit Pont des Arts nicht weit geschlagen Zweite, auf der Siegerehrungs-Bühne fair gratulierte, wurde Georg Bocskai beinahe verlegen. "Ja danke, und es tut mir leid, dass ich Pont des Arts geschlagen habe", sagte er fast wie ein kleiner Junge, der jemandem einen Streich gespielt hatte. Danach war seine grösste Sorge, genügend Champagner und Gläser aufzutreiben, damit er mit seinen Kollegen in der Jockey-Garderobe auf den Sieg anstossen konnte. Die beiden extra aus Dubai eingeflogenen Weltklasse-Jockeys Frankie Dettori und Olivier Peslier belegten die Plätze sechs und elf.
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Dritter Saison-Sieg für Peter Areggers
Im 1800 Meter Flachrennen dominierte der 5 jährigen Fuchs-Wallach African Art, der mit Eduardo Pedroza seine gewiss nicht schwache Konkurrenz von der Spitze aus gleich überlegen mit 6 Längen abfertigte. In einem grossen Starterfeld von 15 Ross mit Reiter schaffte African Art ein beeindruckender Start-Ziel-Sieg. Philipp Schärer konnte erneut einen Trainersieg auf Schnee zu Buche führen. Rayo und Sentimento folgten auf den weiteren Plätzen gefolgt von Bucked Off, Puro, Save the Day und dem bestplatzierten Inländer, der 7 jährige Wallach Paparazzi im weit auseinander gezogenen Feld.
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Erneuter klarer Favoriten-Sieg beim Grand Prix BMW
Bei den Trabern über 1700 Meter dominierte Laurence Kindler wie eine Woche zuvor mit Maître de la Piste ihre Konkurrenten. Der von Jean-François Johner für den Haras de Peccau trainierte Zehnjährige gewann damit sein drittes Rennen auf Schnee. Quatuor du Martza als zweiter Favorit gehandelt, holte wie vor einem Jahr den Ehrenplatz, Kodex hielt den dritten Rang. Weit abgeschlagen folgten Rebecca de Corday, Auidaho, Kilou de Val, Kiss de Sucé, Ninja de la Ferme und Mon Verdict.
Der Wettumsatz fiel mit 112'606 Franken (2010: 132‘173 Franken) ansprechend aus, aber fast 20'000 Franken weniger als vor einem Jahr. Über das ganze Meeting gesehen, fanden nach offiziellen Angaben rund 32‘500 Zuschauer den Weg auf den St.Moritzer-See, rund 1500 weniger als vor einem Jahr. Der Gesamt-Wettumsatz über alle drei Renntage belief sich auf total 293'178 Franken, gegenüber 301'262 Franken vor einem Jahr und 324‘656 Franken im 2008.
Reportagenquelle: whiteturf.ch / Andrea Derungs Bilder: Andrea Derungs
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