Vorschau
Die Sixdays stehen vor der Tür – 30. November bis 5. Dezember 2010
26. Oktober 2010 um 22:03 Uhr

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Medieninformation zum 54. Zürcher 6-Tagerennen:
Das neue Zürcher 6-Tagerennen feiert in diesem Jahr ein kleines Jubiläum. Es ist das 5. Rennen unter der neuen Direktion und die 54. Austragung dieser legendären Veranstaltung im Hallenstadion Zürich...

«Stärneföifi – s’nöie 6-Tageränne isch scho föifi!»

Wie schnell doch die Zeit vergeht: Wer hätte 2006, bei der Neuausrichtung des traditionsreichen Sportanlass des Landes, gedacht, dass das 6-Tagerennen wieder eine Zukunft hat, und das erst noch entgegen dem Trend in anderen europäischen Städten! Viel Kredit hatte das neue Zürcher 6-Tagerennen damals wirklich nicht. Doch das neue Konzept, das sich auf die drei Eckpfeiler erstklassigen Sport, kurzweilige Shows und attraktive Ausstellung stützt, kommt an. Ausgedacht wurde es von den drei Radsport-Enthusiasten Urs Freuler, Max Hürzeler und Ueli Gerber. Sie hatten die Idee und die Lust, das legendäre, landauf, landab bekannte Rennen wieder ins Leben zu rufen und sie inszenierten es neu. Ihre Ideen und die steten Verbesserungen der letzten Jahre kommen an: 2009 erlebten die Besucher den «Zürcher Wädlitempel» an manchen Abenden als ein Tollhaus wie zu den allerbesten Zeiten.

Eine Stimmung wie zu den grossen Zeiten des 6-Tagerennens

Der renommierte Journalist Martin Born adelte die Arbeit der Organisatoren im Tages Anzeiger vom 19. Dezember 2009 mit der Schlagzeile: «Es ist die Nacht, in der man dabei sein muss» und darunter mit den Worten: «Gestern Nacht herrschte im Hallenstadion eine Stimmung wie zu den grossen Zeiten des Sechstagerennens. Einfach ohne Rauch, dafür mit mehr Show.» Ueli Gerber freut sich sehr darüber: «Wir feiern in diesem Jahr zwar nur ein kleines Jubiläum, aber es soll ein besonders feines werden, fürs Publikum, mit vielen Überraschungen.» _dpe8168_medium_raw

Das neue Zürcher 6-Tagerennen ist breiter abgestützt

Zu den beiden treuen Partnern Skoda und Möbel Märki sind zwei weitere, bedeutende Sponsoringpartner gestossen: Einerseits die Atzmännig-Freizeitregion, andererseits die Immobilien-Generalunternehmer Lerch & Partner aus Winterthur.

Die VIP-Plätze sind schon ausverkauft

Dass sich das Zürcher 6-Tagerennen seinen Platz im Eventkalender der Limmatstadt zurückerobern konnte, zeigt das Interesse an VIP-Tickets. Das Zürcher 6-Tagerennen will zwar nicht als Fünfsterne-Luxus-Event verstanden werden, sondern als eine bodenständige, sympathische Veranstaltung für die breite Bevölkerung. Das verrauchte und verruchte Image der Sechzigerjahre ist der Freude an sportlichen Leistungen gewichen. Das Zürcher Sixdays ist auf dem besten Weg wieder ein Anlass für «tout Zürich» zu werden. Die Veranstaltung hat in den letzten Jahren viele neue – auch jüngere – Freunde gefunden.

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Bereits Ende November fällt der Startschuss

«Das Zürcher 6-Tagerennen findet jetzt wieder an unserem Wunschtermin statt», freut sich OK-Chef Gerber. Damit unterstreicht die Direktion der AG Hallenstadion den Glauben an die Veranstaltung und die Wertschätzung gegenüber den Vätern der neuen Sixdays. Am Dienstag, 30. November, punkt 20 Uhr, fällt der Startschuss zum 54. Zürcher 6-Tagerennen. Das Finale ist am Sonntag, 5. Dezember. Viel zu sehen, viel zu hören, viel zu erleben gibts jeden Abend am diesjährigen Zürcher 6-Tagerennen. Dafür besorgt ist auch die Zürcher Sängerin Eve Kay mit einer rockigen Liebeserklärung: «De Theo uf sim Velo» Rocksängerin Eve Kay hat ihr Herz ans Zürcher 6-Tagerennen verloren! Das Zürcher 6-Tagerennen hat zum ersten Mal in seiner langen Geschichte einen eigenen Song. Geschrieben wurde er von Florian Ast, einem der besten Rockliedermachern der Schweiz. Ast ist seit vielen Jahren für originelle Texte und erstklassige Rocksongs bekannt, hat zahlreiche Hits geschrieben und selber gesungen, nun aber einen potentiellen Hit für den traditionellen Zürcher Anlass abgeliefert, den die Zürcher Rocksängerin Eve Kay singt. «De Theo uf sim Velo» heisst die rockige Liebeserklärung an einen der erfolgreichen Piloten auf dem 200 Meter langen Oval. Ist er der Grund, weshalb die schöne Eve Kay in diesem Jahr täglich im Hallenstadion anzutreffen ist und allabendlich auch als Sängerin auftreten wird? Sie kennen Eve Kay nicht? Dann waren sie im letzten Jahr sicherlich nicht im Hallenstadion am Zürcher 6-Tagerennen, oder vor einigen Jahren beim «Art on Ice». Mit ihrer mächtigen Mezzosopran-Stimme sang Eve Kay im letzten Jahr im Alleingang das weltberühmte Duett «Time To Say Goodbye» bei der offiziellen Verabschiedung von Bruno Risi. Sie sang sowohl den Part von Andrea Bocelli als auch den von Sarah Brightman und sorgte mit ihrer gewaltigen Stimme bei Tausenden für Gänsehaut-Feeling. Googelt man ihren Namen im Internet kriegt man Augen und Ohren fast nicht voll: Wow! Was für eine schöne Frau ist diese Eve Kay! Was für eine tolle Stimme. «Sängerin. Hammerstimme, schönes Lachen, lasziver Auftritt – und Single», schreibt der BLICK. Und: «Die Zürcher Pop-Sängerin Eve Kay ist wieder zu haben. Single.» Das war 2009. «2010 ist alles anders, single gilt nicht mehr», sagt sie lachend. Sie habe jetzt nämlich eine Single, seit Theo, ihr neuer Schwarm, in ihr Leben getreten sei. Auf den Pedalen, auf dem Velo sei er daher gekurvt. Darum will sie nun am kommenden Zürcher 6-Tagerennen täglich an der Rennbahn stehen. Sechs Tage, sechs Nächte lang will sie ihren Theo auf dem Velo sehen. Die Single ist übrigens Eves erste Dialektproduktion. Ob single auch auf ihren Zivilstand zutrifft, verschweigt sie diskret. «Aber beim Startschuss in Zürich wird Theo mit dabei sein», strahlt sie vielverheissend. Den Song zum Downloaden gibt’s auf www.sixdays-zuerich.ch. Auf Youtube gibt’s das Video dazu. Früher als in den Vorjahren, am Dienstag, 30. November, fällt der Startschuss zum 54. 6-Tagerennen in Zürich. OK-Chef Ueli Gerber ist mit seinen Vorbereitungen mit Vollgas bereits in die Zielgerade eingebogen.

 

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«Das Zürcher 6-Tagerennen ist ein geiler Event geworden!»

Ueli Gerber, in den letzten Jahren sind in Europa ein paar – auch namhafte – 6-Tagerennen vom Rennkalender verschwunden. In Zürich kommt es Anfang Dezember zu einem kleinen Jubiläum, zur 5. Austragung seit Sie mit Urs Freuler, Max Hürzeler dem traditionellen Anlass neues Leben eingehaucht haben. Was machen Sie anders?
Ueli Gerber: «Es fällt auf, dass die Organisatoren der „verstorbenen“ Rennen in Deutschland durchwegs aus langjährigen und teils älteren Crews zusammengesetzt waren. Die meisten dieser OKs haben ihre Anlässe wie vor 20 Jahren durchgeführt und die Modernisierung wohl verpasst. Mit rückläufigen Zuschauerzahlen hat man dann dort zu sparen begonnen, wo es dem Zuschauer weh tut – bei der Gastronomie und der Show. Als wir vor vier Jahren mit dem Zürcher 6-Tagerennen neu gestartet sind, haben wir den Mehrwert mit ergänzenden Sachen, wie einer Ausstellung und mit Show-Elementen deutlich gesteigert. Das Sixdays in Zürich ist nicht einfach nur gerade ein Sportanlass, sondern auf seine Art eine neue Erlebniswelt!» Überhörten Sie einfach das Aufheulen der vielen Traditionalisten?
Ueli Gerber: «Lassen Sie mich ein wenig ausholen: Ein Betriebswirtschaftsstudent hat am letzten Zürcher 6-Tagerennen eine Marketing Untersuchung durchgeführt. Er hat 250 Personen, alt und jung, Frauen und Männer, zu verschiedenen Themen befragt. Diese 250 Interviews entsprechen ziemlich genau einem Prozent der Besucher. Eine Frage war, was den Zuschauer bewegt hat ins Hallenstadion zu kommen: Der Sport, oder die Show. 50 Prozent sind wegen des Sports gekommen, haben aber gleich an zweiter Stelle auch die Party genannt. Das Zürcher 6 Tagerennen ist ein geiler Event geworden, hiess es im Publikum immer wieder in den letzten Jahren. Ich sage: Entscheidend ist die Mischung – erstklassiger Sport und süffige, gute Unterhaltung. Ein Zuschauer, der sich ein Ticket kauft, will doch nicht fünf Stunden auf seinem Platz in der Halle sitzen. Er will auch von Bar zu Bar ziehen und auch sonst verweilen können. Ich glaube, dass wir mit unserem Drei-Säulen-Konzept auf dem richtigen Weg sind.» Wie sieht dieses Konzept aus?
Ueli Gerber: «Die drei Säulen heissen: Sport, Show und Ausstellung. Es gelang uns in den letzten Jahren jede dieser drei Säulen zu verbessern und weiter auszubauen. Das Zürcher 6-Tagerennen ist im reich befrachteten Eventkalender der Limmatstadt ein Original, im riesigen Ausgehangebot eine wohltuende Abwechslung.» Genauer bitte?
Ueli Gerber: «Die Ausstellung, an der die neuesten Velo-Trends 2011 erstmals gezeigt werden, konnten wir erneut vergrössern. Bereits sind 22 Aussteller bei uns dabei, gegenüber 16 im Vorjahr. Die täglich 350 VIP-Plätze sind wie im Vorjahr bereits jetzt weitgehend ausverkauft. Wir hätten in diesem Bereich wesentlich mehr bereitstellen können und mussten sogar viele Anfragen ablehnen. Im Showteil haben wir in diesem Jahr erstmals einen eigenen Sixdays-Song. „De Theo uf sim Velo“. Das Lied mit dem originellen Text hat einer der besten Liedermacher des Landes geschrieben, nämlich Florian Ast. Gesungen wird das rockige Liebeslied von einer der besten Stimmen der Schweiz: Eve Kay. Wer genau dieser Theo ist, von dem unser attraktives Aushängeschild singt, ob Fahrer und/oder Liebhaber, darum machen wir ein Rätsel bis zum Startschuss am ersten Sixdays-Abend. Neu haben wir in diesem Jahr auch eine Tombola mit Preisen im Wert von 40’000 Franken.»
Jetzt reden Sie nur vom Drumherum, findet der Sport auch noch statt?
Ueli Gerber: «Sportlich wollen wir bei den Fans die Sprinter in Erinnerung rufen, eine fürs Publikum höchst attraktive Disziplin, die in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Und last but not least das Wichtigste: Trotz einer Terminkollision mit einem Weltcup-Rennen in Melbourne konnten wir auch dieses Jahr ein sehr starkes Fahrerfeld zusammenstellen. In Zürich werden unter anderen sicher dabei sein: Leif Lampater, Christian Grasmann, Danny Stam, Robert Bartko, Léon van Bon, Luke Roberts, Allan Davis (der an der Strassen-WM in Melbourne Anfang Oktober den 3. Platz geschafft hat), Danilo Hondo und natürlich die Schweizer Franco Marvulli, Alexander Aeschbach, Tristan Marguet. Gespannt bin ich auf das Debut von Claudio Imhof und Silvan Dillier bei den Profis.»Aber «Mister Sixdays» Bruno Risi ist nicht mehr dabei. Macht Ihnen das Fehlen Risis Sorgen?
Ueli Gerber: «Da wird viel Dummes geredet. Wie oft hat man im Skisport nach dem Rücktritt eines erfolgreichen Routiniers gesagt, dass nichts nachkommt und plötzlich war da ein Silvan Zurbriggen oder Carlo Janka. Vielleicht muss man den Jungen erst einmal Platz machen, damit sie sich entfalten können. Sie brauchen die Startgelegenheit, das Vertrauen und vor allem können auch die Medien und Fans da sehr viel mithelfen, dass die neuen Helden es auch schaffen aus dem Schatten der alten zu treten.» Das ist das Stichwort für den Thurgauer Claudio Imhof und den Aargauer Silvan Dillier. Die beiden starten erstmals nicht bei den Amateuren, sondern den Profis. Trauen Sie den Jungen zu, dass sie die Arrivierten ärgern können? Ueli Gerber: «Es ist wunderbar für den Schweizer Bahnradsport und für uns, dass wir 2010 vier Schweizer Paare präsentieren können. Wir bieten den Jungen also die Plattform und glauben, dass sie, wenn sie in Form sind, sicher den einen oder andern Routinier ärgern können. Aber es bleibt ein Balance-Akt und auch das ist uns klar. Aber der „Chef“ hat sich nun zur Ruhe gesetzt und der Nachwuchs kann zeigen, dass er bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Ich erwarte von Imhof/Dillier nicht gleich einen Platz auf dem Podium, aber eine punktuell gute Leistung. Es ist ein Fakt: Der Schritt von den Amateuren zu den Profis ist gewaltig. Um in der Fussballersprache zu sprechen: Von der 1. Liga direkt in die Champions League. Dazu muss man wissen: Beim Amateurrennen sind die Jungen täglich rund 50 Minuten auf der Bahn. Bei den Profis sind es fünf Stunden – pro Abend! Ich hoffe, dass die Jungen die Chance packen und wir vielleicht sogar eine zweite so schöne Geschichte erleben, wie damals als Risi und Betschart bei den Profis debütierten. Sie waren Überflieger bei den Amateuren, nun debütieren sie bei den Profis: Der Thurgauer Claudio Imhof (20) und der Aargauer Silvan Dillier (20) haben das Potenzial die «neuen Risi/Betschart» zu werden.

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Neue Helden braucht das Land

Wenn ein Seriensieger und Superstar wie Bruno Risi zurücktritt, ist die hinterlassene Lücke gross. Aber die Chance, die sich damit für neue Helden auftut, mindestens ebenso. Der 30. November 2010 könnte zum Startschuss einer glanzvollen Karriere werden für zwei talentierte Fahrer, die in den letzten Jahren regelmässig bei den Amateurrennen für die Musik auf der Bahn sorgten. Das Duo Imhof/Dillier startet erstmals am Zürcher 6-Tagerennen bei den Profis. Erstmals können sie zeigen, ob sie die gestandenen Profis und Routiniers schon ordentlich ärgern können. «Die Freude ist unheimlich gross», sagt Claudio Imhof, «aber auch der Respekt.» Denn kommen die Youngsters bei den Amateuren auf eine Fahrzeit von täglich rund 50 Minuten, müssen sich Imhof und Dillier bei den Profis nun rund fünf Stunden im Sattel halten – und das an sechs Abenden. Einen Vorgeschmack wie es sein könnte, konnte sich Imhof am diesjährigen «3 Jours d’Aigle» holen, wo er mit dem Deutschen Leif Lampater hinter den Österreichern Müller/Graf Zweiter geworden war. «Wir sind nie vor ein Uhr morgens ins Bett gekommen. An Schlaf brauche ich nach Rennen sowieso nicht denken, denn meist bin ich viel zu aufgedreht», gesteht der Jungprofi. «Als Frühaufsteher komme ich deshalb zu wenig Schlafstunden. In Zürich werden es noch mal drei Nächte mehr sein. Davor habe ich echt Respekt.» Seine ersten Tritte in die Pedale absolvierte der Thurgauer mit dem alten Rennvelo seines Vaters Werner und infizierte sich mit dem Radsport-Virus. Seit 2004 ist er aktiv und arbeitet an seinen Traum Radprofi zu werden. Mit dem Abschluss seiner Milchtechnologie-Lehre im letzten Sommer ist er dem Ziel wieder einen Schritt näher gekommen. Auch der Aargauer Dillier schloss im Sommer seine Lehre als Kaufmann ab. Zum Velosport fand der talentierte Allrounder erst vor fünf Jahren, wo er im Juniorenteam auf seinen heutigen Partner traf. Das Nachwuchsduo verstand sich sofort prächtig, «auch wenn ich Silvan erst dazu überreden musste, mit mir Madison zu fahren», sagt Imhof. Die Harmonie zwischen den beiden Fahrern ist offensichtlich. Während Dillier keinen Hehl aus seiner Liebe zu Strassenrennen macht, schwärmt Imhof aber vom Oval, der Schnelligkeit und Esthetik der Bahn. Und auf dieser überraschte Imhof die Experten. Der Modellathlet (1,90/78 kg) gewann an der Junioren-WM 2008 die Bronzemedaille im Madison (Zweier Team mit Dillier) und holte bei der Junioren-EM den Titel im Scratch. Den ganz grossen Erfolg schafften Imhof/Dillier am Zürcher Sixdays 2009. Sie gewannen bei den Amateuren alle Etappen und verteidigten den Titel von 2008 erfolgreich. So ein Effort war in den letzten 40 Jahren lediglich Risi/Betschart gelungen. Noch fehlt es den jungen Fahrern an Ausdauer und Kraft, um auch bei den Profis ein ernstes Wort mitzureden. Aber nicht am Willen und am Talent. «Schnell fahren können wir. Jetzt muss man schauen, wie schnell die Kraft schwindet», sagt Imhof selbstbewusst, «wenn es gut läuft, ist sicher ein kleines Rennen oder eine Jagd drin. Den Rest wird die Zukunft zeigen.» Mehr als die Hälfte seiner 29 Sixdays-Siege gewann Franco Marvulli mit Bruno Risi. Er muss in diesem Jahr beweisen, dass es auch ohne geht und er am letzten Tag nicht mit «abgesägten Hosenbeinen» da steht.

Franco Marvulli im ersten Jahr nach Bruno Riesig!

Nach dem Rücktritt seines langjährigen Partners ist der Zürcher der Fahrer, der mit Abstand die meisten Siege auf seinem Konto hat. Franco Marvulli gewann zwischen 2003 und 2010 29 6-Tagerennen. Auch wenn die Symbiose mit seinem früheren Partner gegen Ende der Karriere des «Mister Sixdays» mehr eine Zweckgemeinschaft war, war sie doch so effizient, dass Risi/Marvulli ihre Gegner nach Strich und Faden dominierten. Für die aktuelle Saison musste sich Marvulli einen neuen Partner suchen. Die Spekulationen über den «Lückenbüsser» haben ein Ende. Marvulli fährt am Zürcher 6-Tagerennen mit Routinier Alexander Aeschbach. Der Aargauer harmoniert gut mit Marvulli. Und anders als mit dem Vorgänger versteht sich das Paar auch neben Bahn und Pedalen blendend. Aber: Ist «Aeschbi» auch für die grossen Rennen stark genug, um Marvulli für die Sprints den Rücken frei zu halten? Marvulli: «Aeschbi ist mein Wunschpartner. Wir kennen uns nicht nur gut, er hat zudem alle Eigenschaften, die ich als optimales Pendant zu mir brauche. Ich bin der schnellere und er dafür der ausdauernde. Aber es ist schon klar: Aeschbi ist kein Risi. Den findet man nicht jeden Tag und kann ihn auch nicht einfach nur ersetzen.» Dann aber kann sich der Zürcher ein Schmunzeln nicht verklemmen: «Darüber freuen sich die anderen Bahnfahrer sicher.» Marvulli sieht der Sixdays-Saison gelassen entgegen. Denn der Zürcher wird die Wintersaison mit einem anderen Ziel vor Augen angehen: Er hat wieder fünf olympische Ringe vor Augen. Franco Marvulli hat das olympische Omnium von London 2012 als sein Ziel ins Visier gefasst und will noch einmal jene Emotionen verspüren, die ihm der Gewinn der Silbermedaille in Athen 2004 beschert hatte. In zwei Jahren dann ohne Partner – im neuen olympischen Mehrkampf, bestehend aus sechs Rennen: Rundezeitfahren (250 Meter) mit fliegendem Start, Punktefahren über 30 Kilometer, Scratch (seiner Lieblingsdisziplin) über 15 Kilometer, Punktefahren über 30 Kilometer, Kilometer-Zeitfahren und Ausscheidungsfahren. Just jener Disziplin, in der er dreimal Europameister (2001-2003) geworden war. Trotz hoher Ziele in zwei Jahren will Marvulli mit Herzblut am bevorstehenden «Heimspiel» dabei sein. Schliesslich nimmt Zürich einen besonderen Stellenwert beim erfolgreichsten Sixday-Fahrer der letzten Saison (10 Rennen, 5 Siege und nur ein Rennen ohne Podestplatz) ein. «Natürlich will ich mein Heimrennen gewinnen», so Marvulli, der von den Debütanten Imhof und Dillier aber viel Gegenwehr erwartet. «Das erste Rennen bei den Profis ist eine Supererfahrung für die beiden. Auch wenn ich damit rechne, dass sie erst einmal Lehrgeld bezahlen müssen.» Für das 54. Zürcher 6-Tagerennen ist auf alle Fälle Spektakel angesagt. Und mit vier heimischen Paaren zeigt das Sixdays auf, dass der Schweizer Radsport lebt – mit  dem neuen und alten Superstar Marvulli an der Spitze.

Text: Eva Tedesco

12. Oktober 2010 | HL pro
Bilder: D. Peter/Linsenreflektion.ch